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Kritik des Monats



20.05.20

Kritik zu Leviathan 1: Die Maske des Schweigens

Auch Meisterdetektive haben es schwer, wenn sie keine Spur finden und  die Identität des Schurken unbekannt ist. In DC’s Event-Thriller  „Leviathan“ bekommen es Batman und Kollegen mit einer Bedrohung zu tun,  die systematisch die Geheimdienste der Welt vernichtet. Dabei ist noch  nicht einmal klar, ob sich hinter Leviathan ein Einzeltäter oder eine  Organisation verbirgt. Autor Brian Michael Bendis und Künstler Alex  Maleev erschaffen im Jahr der Superschurken ein wahrhaft düsteres  Szenario.
Ich bin ja ein großer Freund von Eingangsbemerkungen, daher auch an  dieser Stelle eine. In den USA ist der Thriller-Event „Leviathan“  bereits beendet. Die sechs US-Einzelausgaben zuzüglich des Auftakt  Specials zum Gratis Comic Tag sind auch berewits als Sammelband  erhältlich. Anders die deutschsprachige Ausgabe: Panini hat sich  entschieden, das Event in zwei Ausgaben zu veröffentlichen. Die  abschließenden drei US_Ausgaben wird es dann voraussichtlich am 14. Juli  2020 geben. Wer also keinen Bock auf die lange Wartepause hat, sollte  mit der Lektüre warten, bis das Event vollständig ist. Nun aber hinein  in die Action.
In den Ruinen des neunen Gebäudes der ARGUS ( “Advanced Research  Group Uniting Super Humans”) finden Batman und Lois Lane den verstörten  Steve Trevor. Der hat keine Erinnerung, was genau geschehen ist, aber  eigentlich sollte die Truppe in das neue Odyssee-Gebäude übersiedeln.  Doch dann tauchte der maskierte Superschurke Leviathan auf und hat alles  zerstört.
Batman war eigentlich auf der Suche nach Barbara „Batgirl“ Gordon,  die spurlos verschwunden ist. Doch nun weitet sich die Bedrohung durch  Leviathan immer weiteraus. Amanda Waller ist ebenfalls verschwunden, die  Suicide Squad liegt ebenso am Boden wie das Büro für Paranormale  Einsätze (B.P.E.). Unklar sind nicht nur die Ziele von Leviathan,  sondern auch wer sich hinter dem Namen verbirgt.
Während in der Vergangenheit Thalia al Ghul ein „Leviathan“-Genannte  Geheimorganisation leitete, scheint nun jemand anderes hinter den  Vorfällen zu stecken. Robin, der Sohn von Batman, erhebt schwere  Vorwürfe gegen Red Hood. Der war in der Vergangenheit dadurch  aufgefallen, dass er radikaler gegen Bösewichte vorgehen wollte. Das  scheint dazu zu passen, dass „Leviathan“ nicht nur die Geheimdienste  vernichtet, sondern auch versucht, Mitstreiter zu rekrutieren.
Lois Lane und Batman beschließen zusammenzuarbeiten und scharen weitere Detektive um sich. Unter anderem Plastic Man,  Question und Green Arrow und die schweigsame Manhunter. Doch wo  anfangen? Superman hat nach seiner Entführung irgendwo im Weltall zu tun  und Amanda Waller bleibt verschwunden. Red Hood erweist sich als nicht  sonderlich kooperativ.
Brian Michael Bendis hat bei Marvel bereits in mehrfacher Hinsicht  Superhelden-Comic-Geschichte geschrieben und hat nichts mehr zu  beweisen. Anscheinend genießt er bei DC aber die neu gewonnene kreative  Freiheit, die mit DCs Helden einhergeht. In“ Leviathan“ entwickelt  Bendis eine Event-Story, die vor Paranoia und gegenseitigem Misstrauen  nur so tropft. Das unterscheidet sich auch durchaus von dem Ansatz den  Bendis beim Avengers-Event „Age of Ultron“ für Marvel verfolgte. In  „Leviathan“ geht es zu wie in einem düsteren Thriller, das sind die  Superhelden zuallererst Ermittler.
Zu dieser Crime Noir Stimmung passt der kreative Stil von Künstler  Alex Maleev wie die Faust aufs Auge. Maleev hat mit Bendis bereits  etliche großartige Kooperationen hingelegt, unter anderem in „Daredevil: End of Days“.  Die Zeichnungen sind lebendig und sehr actionreich, obwohl Maleev  keinen klassisch muskeldefinierten Stil hat, sondern eher postmodern zu  Werke geht.
Die Charaktere sind realistisch, die Kolorierung verwaschen, flächig  und oft siebdruck-artig, was zu einer beinahe apokalyptischen Stimmung  führt. Sein Umgang mit Licht und Schatten sind grandios und das Artwork  allein ist schon ein überzeugendes Argument für „Leviathan“. Einzig die  doppelseitigen „Screenshots“, die zum Auftakt der Einzelausgaben, das  bisherige Geschehen zusammenfassen, wirken etwas piefig und sehen  eigentlich auch nicht nach Maleev aus. nsonsten geht es düster und  existenziell zu, wenn sich Batman, der dunkle Detektiv, an die Arbeit  macht.
Ob die paranoide Detektiv-Geschichte in „Leviathan“ bis zum  Ende spannend bleibt wird sich erst im der zweiten Hälfte erweisen.  Brian Bendis liefert einen atmosphärischen, mysteriösen Auftakt, der von  Alex Maleev kongenial in Szene gesetzt wird. Wir bleiben gespannt.
    
               
               
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